Vaterschaftstests & Verwandtschaftstests

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Testarten
Was kann ich testen lassen?

Sonstige Fragen
Kann ich auch vor der Geburt testen lassen?
Welche verwandtschaftlichen Beziehungen können nicht getestet werden?
Was ist ein DNS-Vaterschaftstest?
Wie sicher ist ein DNS-Vaterschaftstest?
Wofür steht DNS bzw. DNA?
Welches Zellmaterial wird für einen DNS-Vaterschaftstest benötigt?
Was erhalten Sie als Ergebnis?
Wie lange dauert die Untersuchung?
Unter welchen Bedingungen erfolgt die Ergebnismitteilung?

Ablauf
Wie läuft ein Test ab?

Kosten
Was kostet ein Test?

Rechtliches
Ist das Test-Ergebnis vor Gericht zu verwenden?
Wie urteilt das Bundesverfassungsgericht?
Sind "heimliche Tests" strafbar?



Testarten


  • Vater-Kind-Beziehung (kostenlose Einbeziehung der Mutter)
  • Vater-Kind-Beziehung ohne Verfügbarkeit des Vaters, Einbeziehung von Kind, Mutter und beiden väterlichen Großeltern
Fragestellung der Geschwisterschaft
  • Zwillingstest (Eineiigkeit versus Zweieiigkeit)
  • Drillings- oder Mehrlingstest
  • Zwei Geschwister haben denselben Vater? Einbeziehung derselben Mutter oder Einbeziehung beider möglicher Mütter
  • Drei (oder mehr) Geschwister haben denselben Vater? Einbeziehung aller Geschwister mit derselben Mutter oder Einbeziehung aller Geschwister derselben Mutter ohne Einbeziehung der Mutter
Fragestellung der Mutterschaft
  • Mutter-Kind-Beziehung (bei Adoption, künstlicher Befruchtung, Nachzug von Migranten etc.)
Fragestellung der leiblichen Verwandtschaft
Blutsverwandtschaft in männlicher Linie (Y-Chromosom), z. B.:
  • Sohn – Vater
  • Enkel – väterlicher Großvater
  • Enkel – väterlicher, großväterlicher Urgroßvater
  • Mann – väterlicher Onkel
  • Mann – väterlicher, großväterlicher Großonkel
  • Mann – Cousin (= Sohn des väterlichen Onkels)


Sonstige Fragen


Kann ich auch vor der Geburt testen lassen?
Pränatale (vorgeburtliche) Vaterschaftstests sind laut Gendiagnostikgesetz ausschließlich bei Vergewaltigungen und nach einem persönlichen Beratungsgespräch erlaubt.

    
Welche verwandtschaftlichen Beziehungen können nicht getestet werden?
Verwandtschaftliche Beziehungen über die weibliche Linie lassen sich grundsätzlich nicht ohne Einbeziehen des/der verbindenden Verwandten testen.


Was ist ein DNS-Vaterschaftstest?
Im Unterschied zum Vaterschaftstest mit Blutgruppeneigenschaften werden bei diesem Vaterschaftstest – Fingerprint (genetic fingerprint) -  Abschnitte der DNS (Trägerin der Erbinformationen) untersucht. Es gibt DNS-Abschnitte, die bei vielen Menschen gleich sind und solche mit individuellem Charakter (Markermuster). Mit anerkannten molekulargenetischen Verfahren werden 16 individuelle DNS-Abschnitte (Loci) untersucht. Jedes Kind erhält je die Hälfte der genetischen Information vom Vater bzw. von der Mutter. Nach Erstellen der individuellen Muster wird im Vergleich bei Vater, Mutter und Kind die Vererbung der Marker an das Kind überprüft. Somit müssen Markeranteile des Kindes, die nicht von der Mutter stammen, vom biologischen Vater vererbt worden sein. Mittels statistischer Kalkulation wird aus der Häufigkeitsverteilung der übereinstimmenden Merkmale die Vaterschaftswahrscheinlichkeit (P) ermittelt.

Wie sicher ist ein DNS-Vaterschaftstest?
Ein DNS-Vaterschaftstest ist der sicherste verfügbare Vaterschaftstest. Bei dem Test werden bestimmte DNS-Abschnitte (Loci) untersucht. Es gibt, von eineiigen Zwillingen abgesehen, niemanden mit dem gleichen Muster von Markern. Aus diesem Grund wird eine biostatistische Wahrscheinlichkeit von über 99,99 % erreicht. Damit ist ein Nachweis der Vaterschaft mit einer hohen Sicherheit oder ein sicherer Ausschluss möglich. Haben Vater und Kind jeweils ein gemeinsames Markermuster, ist die Vaterschaft praktisch erwiesen. Weichen die Markermuster des Kindes von denen des Vaters ab, ist die biologische Vaterschaft ausgeschlossen.
Nach den Richtlinien der Bundesärztekammer sollten mindestens 12 voneinander unabhängige Loci auf mindestens zehn verschiedenen Chromosomen untersucht werden. Um Ihnen eine höhere Sicherheit bieten zu können, übertreffen wir diese Vorgaben und untersuchen mindestens 16 Loci. Wird auf diese Weise kein eindeutiges Ergebnis erzielt, werden weitere Loci untersucht, bis die garantierte Sicherheit von 99.99% erzielt wird.

Wofür steht DNS bzw. DNA?
Die genetische Information eines Menschen wird durch die Desoxyribonukleinsäure (DNS bzw. DNA  für die englische Bezeichnung deoxyribonucleic acid) verschlüsselt (genetischer Code). Die DNS ist ein perlschnurartiges Riesenmolekül.

Welches Zellmaterial wird für einen DNS-Vaterschaftstest benötigt?
Für diese Analyse können alle Zellmaterialien mit Zellkernen verwendet werden (Zellkerne enthalten DNS). Bewährt hat sich der Mundschleimhautabstrich (jeweils 2 Materialproben pro Person) mit einem sterilen Wattestäbchen. Er ist schmerzlos und kann bereits von einem Neugeborenen abgenommen werden.
Ebenfalls möglich ist eine Bestimmung aus Blut.

Was erhalten Sie als Ergebnis?
Nach Durchführung des Tests erhalten Sie von uns ein Gutachten, in dem die genauen Analyseergebnisse in ihrer Gesamtheit aufgeführt sind. Die biologische Verwandtschaft der Untersuchten wird sicher ausgeschlossen oder mit hoher Sicherheit nachgewiesen. Das Ergebnis wird allgemein verständlich erläutert.

Wie lange dauert die Untersuchung?
Das Gesamtverfahren des Erstellens des Gutachtens mit Dokumentation der Analyse dauert ca. zehn Arbeitstage.

Unter welchen Bedingungen erfolgt die Ergebnismitteilung ?
Die Testergebnisse werden vertraulich mitgeteilt, das heißt: nicht oder nur in verabredeten Ausnahmefällen wird das Ergebnis telefonisch übermittelt. In der Regel wird Ihnen das Ergebnis schriftlich mitgeteilt, auf Wunsch auch im Rahmen eines persönlichen Gesprächs.

Ablauf

Wie läuft ein Test ab?
Variante A: Materialentnahme in dieser Praxis
1.
Für die Voraussetzungen eines gerichtsfähigen Gutachtens wird die Identität der Personen mittels mechanischem Abdruck eines Fingers, digitalem Foto und Kopie eines Ausweises, Passes bzw. der Geburtsurkunde dokumentiert und später dem schriftlichen Gutachten angefügt.
2.
Ein Arzt oder ein Sachverständiger für Abstammungsbegutachtung entnimmt bei den erschienenen Personen, z. B. Vater, Kind und Mutter, jeweils 2 Materialproben, z. B. Mundschleimhaut.
3.
Im Beisein der Probanden werden die Proben-Röhrchen beschriftet.
4.
Sie bezahlen die Rechnung per Überweisung oder bar in der Praxis.
5.
Sie erhalten das Ergebnis nach Zahlungseingang wie vereinbart, z. B. per Brief nach Hause oder durch persönliche Übergabe.


Variante B: Entnahme des Proben-Materials in einer externen Praxis
1.
Sie haben nach telefonischer Anfrage das Vertragsformular sowie eine Rechnung erhalten.
2.
Sie lassen das Material in einer Arztpraxis Ihrer Wahl entnehmen (z.B. beim Hausarzt). Dort muss auch die Identitätsprüfung anhand Ihrer mitgebrachten Ausweispapiere per Unterschrift des Arztes erfolgen. Das Materialentnahme-Set mit Anleitung zur Entnahme wird dem Arzt direkt zugestellt.
3.
Die eindeutig beschrifteten Materialproben (jeweils 2 pro Person), ein aktuelles Foto von jedem Beteiligten, das unterschriebene Vertragsformular und den ausgefüllten und von einem Arzt unterschriebenen Identitätsbogen schickt ausschließlich der Arzt innerhalb von max. fünf Tagen in der mitgelieferten Transportverpackung an die Praxis zurück.
4.
Sobald die Material-Proben, der Vertrag und der Rechnungsbetrag bei uns eingegangen sind, beginnen wir mit der Untersuchung. 
5.
Sie erhalten das Ergebnis wie vereinbart, z. B. per Brief nach Hause oder durch persönliche Übergabe.

Kosten

Was kostet ein Test?
Die Kosten belaufen sich je nach Aufwand:

Vater und Kind inkl. der Mutter (DNA-Profile)
ab 250 €
Profil-Auswertung und Gutachten 
ab 100 €
jede zusätzliche weitere Person
ab 80 €

Sie bezahlen die Rechnung per Überweisung oder bar in der Praxis.
Veränderte Zahlungsmodalitäten auf Anfrage.


Rechtliches     
                                                                

Wir weisen darauf hin, dass unsere Angaben nicht als Rechtsberatung zu verstehen sind.

Ist das Ergebnis vor Gericht zu verwenden?
Alle Vaterschaftsgutachten, die in dieser Praxis erstellt werden, sind gerichtsfähig.

Wie urteilt das Bundesverfassungsgericht?
Am 13.02.2007 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass das Verbot, „heimliche Vaterschaftstests“ vor Gericht zu verwerten, nicht gegen die Verfassung verstößt. Es gilt damit weiterhin. Ein „heimlicher Vaterschaftstest“ könnte demnach vor Gericht nicht als Begründung genutzt werden, dass eine Vaterschaft möglicherweise nicht besteht.
Die Rechtslage könnte sich ändern, Aktuelles finden Sie direkt auf den Seiten des
Bundesverfassungsgerichts.
Als "heimliche Vaterschaftstests" werden solche bezeichnet, bei denen das DNS-Material zur Überprüfung der Abstammung vom Kind ohne dessen Zustimmung entnommen wurde bzw. bei minderjährigen Kindern ohne die Zustimmung beider Erziehungsberechtigten.

Sind "heimliche Tests" strafbar?
In Deutschland ja.

Auch die Rechtslage hierzu kann sich ändern. Aktuelles finden Sie direkt auf den Seiten des Bundesverfassungsgerichts.
Was erhalten Sie als Ergebnis?